Superhelden im Vormarsch
Marvel und seine Superhelden sind so beliebt wie nie zuvor
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Erstellt am 07.05.2021

Phänomen "Superhelden" - von Superman bis Captain Marvel

Der Streaminganbieter Disney+ macht derzeit mit viel neuem Superhelden-Stoff auf sich aufmerksam. Doch was macht Superhelden eigentlich so unwiderstehlich?

 

Superhelden-Filme sind nicht nur spannend, sondern in vielerlei Hinsicht auch ein Spiegel der Zeit, in der sie entstanden sind.

Superhelden sind salopp gesprochen eine moderne Version des Schutzengels. Die Entwicklung des Superhelden-Genres ist eng verknüpft mit der Geschichte seines Ursprungsmediums, dem amerikanischen Comic, sowie der sozialpolitischen Situation des Landes in der jeweiligen Zeit. Entsprechend werden die Heroes in den Verfilmungen meist mit originellen Kostümen ausgestattet, die modisch und charakterlich an die Zeit angepasst sind. Durch moderne Technologien entstehen zudem – absichtlich oder unabsichtlich – immer neue Personen mit übernatürlichen Fähigkeiten.

Der typische Superheld – was macht ihn aus?

Manche Helden sind schon mit sagenhaften Fähigkeiten und Kräften auf die Welt gekommen, wie zum Beispiel Thor, der Gott des Donners oder Superman, der vom Planeten Krypton stammt. Bei den meisten anderen jedoch, sind diese zufälligen Ursprungs. So haben kosmische und radioaktive Strahlungen oder Spinnenbisse ganz erstaunliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Quasi ein Selfmade-Held ist Iron Man, dem seine technische Ausstattung Superkräfte verleiht. Diejenigen, denen ihre Kräfte unfreiwillig übertragen worden sind, hadern häufig mit ihrem Schicksal, was eine tiefere zweifelnde Persönlichkeit zur Folge hat. Was aber alle eint, ist der starke Beschützerinstinkt für die Menschheit, bestimmte Kulturen oder Menschengruppen. Superhelden sind angepasst, sie schützen gleichzeitig immer die bestehende Ordnung. Die Ausrottung durch abgrundtief böse Personen und Mächte wird dabei zumeist in allerletzter Sekunde abgewendet. Die Bedrohung hat häufig die gleiche Quelle, wie die Superkräfte der Helden. So haben die Fähigkeiten von Spiderman ihren Ursprung im Biss einer genmanipulierten Spinne, sein Kontrahent der grüne Kobold ist durch einen genmanipulativen Selbstversuch entstanden. Dadurch erscheinen Held/Heldin und Hauptkontrahent wie zwei Seiten derselben Medaille. Vorbildwirkung hat der ausgeprägte Sinn für Gerechtigkeit, der wahre Held oder die wahre Heldin lässt sich selbst unter tragischsten Umständen nicht dauerhaft korrumpieren. Häufig leben die Heroes mit einer Doppelidentität, was das (Liebes-)Leben im zivilen Leben stark kompliziert. So schwingt in modernen Heldendramen der erbauliche Gedanke mit, dass in jedem Normalbürger ein Superheld stecken kann.

War das Heldentum ursprünglich eine ausgesprochen ernste Angelegenheit, für Komik sorgten eher Nebencharaktere, werden die Heldenrolle in neueren Filmen oft selbstironisch angelegt. So besteht zwischen Hulk und seiner menschlichen Version dem Wissenschaftler Dr. Bruce Banner ein Konkurrenzverhältnis um die Anerkennung durch die übrigen Avengers. Thor wiederum wirkt oft ein bisschen ungeschickt. Flapsige Äußerungen und Kommentare unterstreichen die Leichtigkeit ihres Tuns zusätzlich.

Superheldinnen haben sich ihren Platz erkämpft

Superheldinnen hatten es nicht leicht, sich zu behaupten, da die Heldenfigur schon seit ihrer Entwicklung in der griechischen Heldenmythologie einem männlichen Role Model entspricht. Eine der ersten Superheldinnen im Comic war 1940 Wonder Woman, eine Amazone. Es dauerte aber 75 Jahre bis sie als Superheldin im Film „Batman v Superman: Dawn of Justice“ einen Auftritt bekam, bei dem sie als facettenreiche, kluge Person durch ihre Kräfte und nicht durch sexy Outfit und laszive Posen auffiel. Es folgten weibliche Pendants zu männlichen Helden wie Batwoman, Supergirl, Arrowette und She-Hulk. Letztere soll sogar ab 2022 auf Disney+ eine eigene Serie erhalten. Die Veränderung des Rollenbildes ist auch in Captain Marvel, einer weiblichen Kree-Kriegerin mit elektromagnetischen Kräften zu erkennen. Dieser Wandel, weg vom schmückenden Beiwerk hin zu vielschichtigen Persönlichkeiten, hat auch die immer häufiger vorkommenden Superschurkinnen enorm aufgewertet. Teilweise sind Gegnerinnen der Superhelden schräge Charaktere wie Harley Quinn, hintertrieben wie die Gestalt-Wandlerin Mystique oder abgrundtief böse wie Hela in Thor 3, aber in jedem Fall sehr eindrucksvoll.

Superhelden verändern sich –im Comic, in Serien und auf der Leinwand

Superhelden sind immer Kinder ihrer Zeit und erscheinen in den Comic-Universen von Marvel und DC Comics in allen Medienkanälen. Alle Superhelden und Superheldinnen sind zunächst in Comicheften erschienen, bevor ihre Geschichten in Filmen oder Serien verwendet wurden. Superman war 1938 der erste Comic Superheld, kurz darauf kam Captain America heraus, beide waren – der Zeit gemäß – farblich sehr patriotisch gekleidet. Wurde der Erstgenannte geschaffen, um das faschistische Gedankengut niederzuringen, diente der Zweite als Stimmungsmacher für den Kriegseintritt. Black Panther erschien zur Zeit der beginnenden Bürgerrechtsbewegung. Jeder technologische Fortschritt von Radioaktivität bis zu Gentechnik hat irgendwelche Superkräfte, aber gleichzeitig zu bekämpfende Bedrohungen, entstehen lassen.

Auch sonst haben sich die Superhelden weiterentwickelt. Aus heutiger Sicht wirken die älteren Versionen wegen deren Outfits und betont ernsthaften Auftretens etwas grotesk. So war Wonder Woman im sexy Outfit weder 1975 noch 2017 einer gefürchteten antiken Reiterkriegerin ähnlich.  

Gothams Beschützer Batman war 1966 noch weitaus weniger bedrohlich und hat im Lauf der Zeit einen wesentlich düstereren, aber vielschichtigen Charakter entwickelt. Seit dem Crossover der DC Superhelden in der Justice League in einer eigenen Comicserie 1960 haben sich Superhelden und -heldinnen schon öfter in größeren oder kleineren Gruppen zusammengeschlossen. Scheinbar werden über kurz oder lang alle Superhelden ihren Auftritt als Mitglied der Avengers im Marvel Cinematic Universe (MCU) haben, denn die Avengers sind eine enorm schnell wachsende Heldentruppe. Nach Eingliederung des Marvel Verlags und der dazugehörigen Produktionsfirma 2009 in den Disneykonzern wurden die verschiedenen Heldengeschichten zu einem Universum, in dem all die handelnden Personen – von Thor bis Hulk – miteinander verwoben werden. Als Leihgabe von Sony wirkt sogar Spider-Man mit. Der nächste Expansionsschritt des Disneykonzerns brachte mit dem Kauf der 20th Century FoxStudios auch die Vermarktungsrechte für die X-Men. Für Kenner der Szene ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Mutantenhelden-Serie in das MCU als Teil der Avengers aufgenommen werden. Schon jetzt ist die Fülle der Erzählstränge der Einzelheldenfilme auch durch Auftritte einzelner Avengers kaum mehr zu überblicken. Zeitreisen machen, wie in „The Avengers: The Endgame“, die Sache auch nicht einfacher. Daneben stehen die Fantastic Four als Teil von Marvel in den Startlöchern, in die Avengers eingegliedert zu werden. Die Heldentruppe der Justice League, die von Warner und DC Comics in einem DC Extended Universe inszeniert werden, sollen das Gegengewicht zum MCU darstellen.

Neue Helden braucht die Welt – kein Problem!

Aus bereits bestehenden Heldendramen werden neue Filme und Erzählungen generiert. Neue Superhelden wie Morbius, mit dem plüschäugigen Jared Leto als vampirartiges Wesen, als Seitenprodukt der Batman Comics, steht schon in den Kinostartlöchern.

Der mittlerweile 24. Film im Marvel Cinematic Universe Black Widow, nach verschobenem Ausstrahlungstermin von den Fans schon sehnlichst auf Disney+ erwartet, ist die Vorgeschichte von Natasha Romanoff, bevor sie Mitglied der Avengers wurde. Weiteren Zugang erhält die Helden-Kampftruppe als die „Iron Man“-Technologie auf einen weiteren Superhelden übertragen wird, der sich in Zukunft War Machine nennen wird und für den mit „Armor Wars“ ebenfalls eine eigene Serie auf Disney+ angekündigt ist.

Die personelle Aufstockung der „Heldensagas“ im Marvel und im DC Universe ermöglicht es, auch weiterhin Superhelden-Filme und -Serien an gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen und verschaffen Superhelden und -heldinnen Relevanz.

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