Hände halten Smartphone mit Ada App
Foto: ada.com
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13.06.2019

Gesünder leben mit dem Internet der Dinge

Wearables, Tracker, Apps und andere intelligente Anwendungen helfen Ärzten und Patienten.

Internet Of Things

Der Begriff Internet der Dinge (engl. „Internet of Things“, kurz IoT) meint die Ausstattung von Objekten mit Prozessoren und Sensoren, sodass diese miteinander und mit der Außenwelt kommunizieren können. Ein solches „Ding“ im „IoT“ kann aber nicht nur ein Gegenstand oder eine Maschine sein. Auch Menschen mit Herzschrittmachern oder Tiere mit implantierten Chips können zum IoT gehören. Im Gesundheitsbereich sind viele Produkte aus dem Bereich der Selbstoptimierung bzw. Ernährung und Fitness vernetzt. Vielfältige Wearables („tragbare Dinge") wie Smartwatches, Pulsmesser, Brustgurte oder Blutdruckmesser sind mit einer App verbunden. Unzählige Tracker ("Dinge, die eine Spur verfolgen") zeichnen den Schlaf, die aufgenommene Nahrung und Kalorien, die Stimmung oder Schmerzen auf.

Heilungsprozesse überwachen

Intelligente Verbände werden mit Sensoren ausgestattet, um die Größe der darunter liegenden Wunde zu beurteilen. So wird festgestellt, ob die Wunde heilt oder vielleicht eine Infektion vorliegt und ein Arzt eingreifen muss. Per Telemonitoring können medizinische Fachkräfte auch aus der Entfernung die Vitalparameter des Patienten kontrollieren und körperliche Reaktionen auf vorangegangene Behandlungen bewerten. So kann ein implantiertes kardiologisches Gerät oder ein vernetztes Blutzuckermessgerät die gewünschten Daten sammeln. Von der Norm abweichende Werte werden an Datenbank und Arzt weitergeleitet, der die Informationen in Echtzeit analysieren und entsprechend reagieren kann. Solche Geräte werden häufig direkt nach einer Operation eingesetzt und tragen dazu bei, die Zahl der Krankenhausaufenthalte zu senken und Wiedereinlieferungen zu vermeiden.

Medikamente effektiv einsetzen

Intelligente Pillen werden wie normale Medikamente eingenommen. Eine zusätzliche Überwachungstechnologie leitet Informationen an einen am Körper getragenen Sensor weiter, um den Medikamentenspiegel im Körper zu überwachen. Per App können Patienten und auf deren Wunsch auch Mediziner auf die Daten zugreifen und feststellen, ob ein Medikament wie beabsichtigt eingenommen wurde, gut wirkt oder möglicherweise Nebenwirkungen verursacht. "Roboter“-Pillen können z.B. durch den Magen in den Dünndarm navigieren, ohne die in ihr enthaltene Substanz den Verdauungsenzymen auszusetzen. Im Dünndarm verabreichen sie gezielt eine Injektion, und erst danach löst sich der Rest der Pille auf und wird verdaut. Intelligente Kontaktlinsen werden derzeit von Google und Novartis entwickelt und sollen sich selbst an die Sehkraft des Patienten anpassen, etwa bei Altersweitsicht oder nach Operationen wegen Grauem Star.

Diagnose-Unterstützung per App

Die von Ärzten, Wissenschaftlern und Ingenieuren entwickelte App Ada ist 2016 in einer englischsprachigen Version auf den Markt gekommen, seit Oktober 2017 gibt es sie auch auf Deutsch. Nutzer können in der App ihre Beschwerden eingeben und werden dann per Chat durch einen Fragenkatalog geführt. Am Ende erfahren sie, um welche Erkrankung es sich handeln könnte und ob sie einen Arzt aufsuchen sollen. Zwei deutsche Uni-Kliniken prüfen derzeit in einer Studie, ob sich die auf Künstlicher Intelligenz basierende „Ada“ auch in Notaufnahmen einsetzen lässt. In diesem Rahmen erhalten Patienten im Warteraum die App, um Fragen rund um ihre Symptome und zur Krankheitsvorgeschichte zu beantworten. Die Ärzte erhalten Zugriff auf diese Informationen und einen Hinweis des Systems, um welche Erkrankung es sich im Einzelfall handeln könnte. Gleichzeitig erfahren die Mediziner, wie Ada zu der Entscheidung gekommen ist. Dabei sehen sie nicht nur die Vorschläge des Systems, sondern auch Aspekte, die verworfen wurden. Die App könnte so dazu beitragen, die Patienten schneller der richtigen Versorgungsebene zuzuordnen.

Daten zielführend nützen

Laut aktueller Studie von Aruba Networks haben schon 60 Prozent aller Gesundheitsorganisationen weltweit IoT-Geräte in ihren Einrichtungen implementiert. Diese Zahl soll in den kommenden Jahren dramatisch ansteigen. Unternehmen wie Apple, Amazon und andere wetteifern um die Führungsposition im IoT und setzen ihre Geräte als Controller auch für den Gesundheitsbereich ein. Apple etwa sammelt die Daten seiner Smartwatches, auch um im Projekt „Apple Health“ auf statistischer Basis Lösungen zu erarbeiten, die dem Gesundheitswesen zugute kommen. Auch „Watson“, die KI-Plattform von IBM, unterstützt medizinische Projekte, von besserer Krebsbehandlung bis zur alternativen Anwendung von Medikamenten oder zur besseren Verwaltung von Gesundheitsprogrammen.

Eigenes Studium in Österreich

Die Fachhochschule St. Pölten bietet ein eigenes Masterstudium „Digital Healthcare“ an. Dieses Studium beschäftigt sich mit dem Einsatz digitaler Medien und Technologien im Gesundheitswesen. Experten für Gesundheit und Technik lernen gemeinsam Methoden und technische Werkzeuge, um konkrete Lösungen für Prävention, Diagnostik, Therapie und Pflege zu konzipieren und entwickeln. Im Zentrum steht der praktische Nutzen für Patienten, Angehörige und Gesundheitsprofis. Die Absolventen werden im gesamten Gesundheitssektor eingesetzt, wie etwa bei Krankenanstalten, Sozialversicherungen, Industrie- oder Forschungseinrichtungen und in IT-orientierten Gesundheitsunternehmen. 

 

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