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Erstellt am 11.09.2019

E-Sports: Die österreichische Elite fordert die Welt heraus - oder?

E-Sports wird auch in Österreich immer beliebter. Wie sich der E-Sports Trend entwickelt und wie die österreichische Elite im weltweiten Vergleich abschneidet, erfahren Sie hier.

Die Österreicher sind nach einer vom Österreichischen Verband für Unterhaltungsindustrie (ÖVUS) in Auftrag gegebenen Studie begeisterte Videogamer. Laut der Studie „Gaming in Österreich 2017“ spielen 4,9 Millionen der Bewohner Videogames. Denkt man nur an das tägliche Straßenbild ist eines schnell klar: die favorisierte Spieleplattform ist das Smartphone, wie auch in der Studie bestätigt wird. Intensiver gespielt wird jedoch auf PC und Konsole. Aber was bedeutet das nun genau? Sechs von zehn Personen spielen regelmäßig, also mehrfach im Monat und fast jeder zweite Gamer spielt täglich oder fast täglich. Statistisch gesehen wurde Österreich bisher immer als „Anhängsel“ der deutschen Gamer gesehen. Doch diese Studie zeigt, dass die Österreicherinnen und Österreicher definitiv Einfluss auf den Gaming-Markt haben.

Gaming – von der Freizeitbeschäftigung zum professionellen Sport

Doch Gaming ist schon lang kein reiner Freizeitvertreib mehr. E-Sports ist weltweit gesehen ein riesiger Wirtschaftszweig, bei dem viele Sponsoren und international agierende Firmen beteiligt sind. E-Sports oder auch „Electronic Sports“ zieht eine Vielzahl an Menschen an – zuletzt beim ESF (Electronic Sports Festival) Anfang des Jahres in Wien. Das enorme Interesse seitens Besuchern, Teilnehmern und Presse zeigt, dass E-Sports nun auch in Österreich angekommen ist. Auf Festivals dieser Art können nicht nur die neuesten Neuheiten an Games, Konsolen und sonstigen Gadgets getestet oder gekauft werden, es werden vor Ort auch immer E-Sports Spiele ausgetragen. Die Preisgelder liegen hier zwischen 15.000 € (national) bis hin zu Millionenbeträgen (international). Gespielt wird meist Counter-Strike:Global Offensive, Dota 2 oder League of Legends, die als „Die großen Drei“ der kommerziell erfolgreichsten Disziplinen für E-Sportler gelten. Für alle die nicht live vor Ort sein können, werden einzelne Matches auch über Twitch übertragen, wo man sie im kostenlosen Livestream verfolgen kann.

Der Erfolgszug des elektronischen Sports

Es ist nicht zu leugnen, dass E-Sports in den letzten Jahren eine Revolution erlebt hat. Dazu beigetragen haben technische Innovationen, die steigende Anzahl der Spieler und Fans sowie die Entwicklung neuer Online-Plattformen für Spiele, Streaming und E-Sports-Wetten. Damit einhergehend sind die Sponsoring- und Finanzinvestitionen in diesem Markt bedeutend gewachsen. Die meisten E-Sports Turniere werden entweder von großen Gameherstellern wie Valve, Intel oder der „Electronic Sports League“ veranstaltet. Durch Ingame-Käufe der Spiele sind die Veranstalter in der Lage, Preisgelder in Millionenhöhe auszuschreiben. Nicht nur international erfreut sich E-Sport aus den genannten Gründer steigender Beliebtheit. In Österreich wird der Gamer-Nachwuchs kontinuierlich gefördert. So gibt es seit mehr als 10 Jahren die Area52 in Wien, die es jungen Gamern ermöglicht, zu trainieren. PC’s, Spielkonsolen und professionelle Studios für Live-Übertragungen werden dort bereitgestellt. Auch Bars, in denen gezockt oder mit anderen Fans Live-Übertragungen von Games angeschaut und nebenbei Bier getrunken und Burger gegessen werden, gibt es mittlerweile. Auch wenn sich die Gaming-Szene zum Großteil online bewegt, kann man diese Welt durchaus ins Offline transportieren, ohne ihren Reiz zu verlieren.

 

Die österreichischen Top-Athleten

Laut ESVÖ gibt es 32.000 registrierte österreichische Sportler, die regelmäßig kompetitiv gegeneinander antreten. Doch nur wenige können auch wirklich von dieser Beschäftigung leben. Jobs in der E-Sports-Szene sind in Österreich noch sehr rar. Laut Studie gibt es an die 20 Personen, die ihren Lebensunterhalt in dieser Branche verdienen – allerdings sind dies Event-Manager, Content Producer oder ähnliches und keine professionellen Gamer. Beispiele wie FIFA-Profi Mario Viska oder Fortnite-Spieler Thomas „Tschinken“ Hörak stellen hier eher die Außnahme dar. Dennoch ist die Szene in Österreich in Bewegung. Ein Boost war sicher, dass das österreichische Nationalteam 2018 unter den besten 24 OW (Overwatch) Teams der Welt spielte. Trotz Auslosungspech - unser Team musste sich in der „Todesgruppe“ gegen die Champions behaupten - schlugen sich die Österreicher wacker. Kürzlich konnte sich der junge Österreicher David „Aqua“ Wang im Team mit dem Norweger Emil „Nyhrox“ Bergquist Pedersen bei der Fortnite-WM 2,7 Millionen Euro Preisgeld erspielen. Dabei mussten sie sich in sechs Spielen gegen 49 andere Teams durchsetzen. Mit diesem Gewinn wird Aqua mit Sicherheit die Topspieler Franz „Gore“ Burghardt (Counter Strike) und Richard „Noctis“ Gansterer (Quake) - die beiden erstgereihten in puncto Preisgelder 2018 mit $ 88.000 bzw. $ 84.000 - klar abhängen. Erfolgreiche E-Sports Teams wie „Tickling Tentacles“ haben das A1 eSports league Austria Finale LOL gewonnen und das beachtliche Preisgeld von 31.000 € erspielt. Fabio „Faoet“ Özelt des Multigaming-Clans TTW stieg jüngst in die 1. Division der Preisgeld-Liga auf (FIFA).

E-Sports Turniere in Österreich

Auch wenn die Gaming-Szene in Österreich immer größer wird, klagen Veranstalter von österreichischen Gaming Turnieren stets über dieselben Probleme. Um viele Menschen anzulocken ist eines ganz entscheidend: das Preisgeld! Das bedeutet, dass Veranstalter ein hohes Preisgeld ausschreiben müssen, ohne zu wissen, ob sie dieses dann durch Ticketeinnahmen wieder ausgleichen können. Die österreichischen Wettanbieter entdecken in zunehmenden Maß E-Sports als einträgliches Geschäft und so ist auch eine Sponsorengruppe abseits von Telekommunikations- und Informationstechnologieunternehmen an der Abhaltung von Turnieren interessiert. Mit diesem Hintergrund stellen sich immer mehr Veranstalter dem Wagnis, Turniere abzuhalten und damit einhergehend sind auch die für die verschiedenen Gaming-Kategorien ausgesetzten Gewinne im Steigen begriffen.

Kaderschmiede und Herzstück der wachsenden Community sind Locations als Treffpunkt für Gleichgesinnte, die es nunmehr auch in den Bundesländern gibt. Neben dem gemeinsamen Zocken stehen auch Public-Viewing von Livestreams der großen Events und vermehrt die Abhaltung eigener E-Sports Events auf dem Programm. Beispielsweise hatten das Fortnite Turnier auf der Game City Vienna 2018 und die eBundesliga jeweils beachtliche 6.000 Teilnehmer. Dieser Aufwärtstrend ist auch in Oberösterreich spürbar: So hat mit „Game and Dine“ in Linz eine Anlaufstelle für alle Zocker eröffnet und LIWEST wird auch 2020 wieder ein E-Sports Turnier im Rahmen der Austria Comic Con unterstützen. Die Gewinner des ACC Masters of esports 2019 waren „Warkidz E-Sports“ die sich gegen „UOL“ durchsetzten und das Preisgeld von € 5.000 kassierten. Weitere Topveranstaltungen für E-Sportfans in Österreich sind neben der Game City Vienna auch die Vienna Comic Con. Auf der Electronic Sports Festival LAN-Party spielen 600 Teilnehmer österreichweit in verschiedenen Kategorien um mehr als € 30.000 Siegerprämie. Jüngst sorgte ein neues CS:GO Turnierformat THECLUTCH mit einem Preisgeld von €10.000 für Furore. Es tut sich also was im E-Sports-Sektor in Österreich.

Niedriger Ping: Mit dem Internet von LIWEST macht Gamen einfach mehr Spaß!  

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