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Erstellt am 08.02.2018

Künstliche Intelligenz: App hilft bei der Kindererziehung

Die App „Muse“ nutzt selbstlernende Technologien, um Eltern maßgeschneidert bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Wie sinnvoll sind Algorithmen bei Aufgaben, die im Kern auf persönlicher Beziehung beruhen?

Eltern unter Leistungsdruck

Nicht auf die leichte Schulter nehmen es Mütter hierzulande mit ihren elterlichen Pflichten: Rund drei Viertel zeigen sich mit der eigenen „Leistung“ als Elternteil häufig oder gelegentlich unzufrieden, wie eine Studie der Zeitschrift „Eltern“ zeigt. Praktische Unterstützung bei der Kindererziehung verspricht nun die US-amerikanische App „Muse“. „Muse“ versteht sich als digitales Pendant zu herkömmlichen Erziehungsratgebern und als Alternative zu Tipps von Freunden.

Erziehung per App

Die neuartige „Erziehungs-App“ wurde von der US-amerikanischen Neurowissenschafterin Vivienne Ming entwickelt. Die aktuelle Version von „Muse“ hat Kinder im Alter von null bis zwölf Jahren im Fokus. Die App erhebt den Anspruch, täglich genau die richtigen Impulse zu liefern, um Kinder bestmöglich zu unterstützen und schlussendlich in „glücklichere und vollständigere Menschen“ zu verwandeln. Dazu stellt der „MuseBot“ als „Co-Pilot der Eltern“ täglich eine maßgeschneiderte Frage, etwa, ob die Tochter in Büchern bestimmte Gegenstände finde, die beim Vorlesen genannt würden. Zusätzlich werden Fotos von Kinderzeichnungen oder Dialoge zwischen Eltern und Kind analysiert. Aus all diesen Informationen lernt die App und passt ihre Impulse entsprechend an. Bestimmte Entwicklungen soll die Software bereits vor den Eltern vorhersehen können, etwa, wie glücklich das Kind später werde oder wie hoch sein Einkommen sein werde. Über 1000 Elternteile nutzen die App bislang. Verfügbar ist sie für Android und iOS.

Praktische Erfahrung mit „Muse“

Eine deutsche Journalistin testete „Muse“ ein halbes Jahr lang in ihrer Familie. Regelmäßig erhielt sie Erziehungstipps und -Erinnerungen auf ihr Smartphone, beispielsweise Vorschläge für altersgerechte Spiele oder Themenvorschläge für Gespräche. Wie von der App gefordert, lud sie Zeichnungen und Ton-Aufnahmen zu Analysezwecken hoch und beantwortete die täglichen Fragen. Ihr Fazit fällt nach sechs Monate durchaus nüchtern aus: „Muse“ habe der Journalistin ihre Rolle als Erzieherin bewusster gemacht und sie tatsächlich manchmal inspiriert. Die App habe zudem tatsächlich das Verhalten von Mutter und Kind beeinflusst. In Summe habe ihr die Tatsache, Persönliches preiszugeben, jedoch nicht das Gefühl gegeben, eine bessere Mutter zu sein.

KI an Schulen

„Muse“ ist nicht die erste App, die Optimierungen im Bereich der Erziehung als Ziel hat. Im Silicon Valley beispielsweise ändert sich die Art, wie Kinder unterrichtet werden, gerade völlig. Schulen nutzen intelligente Technologien für die Unterrichtsgestaltung – etwa, um individuelle Curricula zu erstellen. Auf diese Weise zusammengestellte Lernpläne sind an das Lerntempo und die Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers angepasst.

 


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