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Erstellt am 04.01.2021

Jugendschutz im Internet: Kinder sollten auch im Internet geschützt werden!

Jugendschutz im Internet wird immer wichtiger. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung kommen Kinder bereits früh mit Smartphone, Tablet und Co. in Berührung – und erhalten damit auch Zugang zum Internet. Doch hier warten gefährliche Inhalte, vor denen Sie Ihre Kinder schützen sollten!

 

Ob durch scheinbar harmloses Googeln, spontan aufpoppende Videowerbung auf YouTube oder Bannerwerbung auf Websites – Kinder und Jugendliche werden im Netz häufig mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert, die Angst machen können. Meist liegt das weder an mangelnder Achtsamkeit seitens der Eltern, noch suchen jüngere Kinder bewusst nach solchem Content. Sie stolpern im Netz vielmehr einfach unbeabsichtigt darüber. Jugendschutz im Internet ist daher ein wichtiges Thema und viele Eltern stellen sich die Frage: Wie kann ich mein Kind vor problematischen Inhalten schützen?

Was bedeutet Jugendschutz im Internet?

Damit Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit entwickeln und zu selbständigen und verantwortungsvollen Erwachsenen werden können, müssen Sie lernen und entdecken. In dieser Lebens- und Entwicklungsphase sind sie allerdings ganz besonders schutzbedürftig. Kinder- und Jugendschutz bezieht sich daher im Allgemeinen auf sämtliche Rechte und Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche vor negativen Einflüssen auf ihre körperliche, geistige und soziale Entwicklung bewahren – auch im Medienbereich. Im Zeitalter der Digitalisierung, in dem Kinder und Jugendliche mit dem Internet und Online-Medien aufwachsen, braucht es daher auch einen Jugend- und Kinderschutz im Internet.

Zuallererst gilt: Kinder offen aufklären

Heute zählen das Internet, Facebook und Co. nicht nur zur Lebenswelt der Erwachsenen, sondern auch zu jener von Kindern und Jugendlichen. Damit steigt auch das Risiko, online mit problematischen Inhalten, Mobbing oder Fake-News konfrontiert zu werden. Jugendschutz im Netz sollte daher sehr ernst genommen werden.

Daher ist es wichtig, dass Eltern auch ohne konkreten Anlass mit Ihren Kindern über dieses Thema sprechen. So bereiten Sie diese vorbeugend auf den möglichen Kontakt mit unangemessenem Content vor und signalisieren gleichzeitig, dass sich Ihre Kinder jederzeit an Sie wenden können, wenn ihnen etwas Angst macht. Gerade bei den ersten „Ausflügen“ ins Internet kann es von Vorteil sein, wenn Eltern Ihren Nachwuchs dabei begleiten und gezielt anleiten. Vereinbaren Sie zudem Regeln zur Nutzung von Smartphone, Tablet und PC.

Was ist ein Jugendschutzfilter?

Damit Ihre Kinder sicher im Internet unterwegs sind, können Sie auch einen Jugendschutz im Internet einrichten. Eine Filtersoftware unterstützt Eltern zusätzlich zu einer reflektierten Medienerziehung dabei, ein sicheres Internet für Kinder zu gestalten, da ungeeigneter Content gesperrt oder nur bestimmte Seiten sichtbar sind. Dabei können Websites durch zwei Prinzipien gefiltert werden:

  • Whitelists: In einer sogenannten Whitelist werden nur jene Websites hinterlegt, die von Eltern freigegeben wurden, während der Rest des Internets versteckt bleibt. 
  • Blacklists: Ein Filterprogramm kann aber auch so eingestellt werden, dass gewisse Websites mit problematischem Content gesperrt werden. Allerdings bietet dieses Vorgehen keinen vollständigen Schutz dagegen.

Wie funktioniert ein Jugendschutzfilter?

Grundsätzlich scannt Filtersoftware zum Jugendschutz im Internet Websites nach bestimmten Kriterien und blockiert jene, die als mögliche Gefahr eingestuft werden. Neben dem redaktionellen Anlegen von White- und Blacklists hinterlegen häufig auch Website-Betreiber Alterskennzeichnungen im Quellcode. Diese Kennzeichnungen können von einer Jugendschutz Internet Software ausgelesen werden und die entsprechenden Websites werden je nach individueller Nutzereinstellung angezeigt oder gesperrt. Darüber hinaus kommen auch Algorithmen beim Auswerten von Webseiten zum Einsatz. Einfache Algorithmen werten Internetpräsenzen auf verbotene Wörter hin aus und sperren Seiten bei Bedarf (Stichwort Keyword Blocking). Kompliziertere Varianten untersuchen mehrere Eigenschaften einer Website und bewerten beispielsweise den gesamten Webseitentext. Heutzutage werden diese grundlegenden Ansätze meist kombiniert angewandt.

Wie funktioniert Kindersicherung im Internet?

Kindersicherung im Internet funktioniert durch sogenannte Jugendschutzfilter. Diese können sowohl direkt in den Betriebssystemen Ihres Handys und Rechners integriert, auf einem Proxyserver oder beim Provider installiert sein oder als eigene Software bzw. App für iOS und Android erworben werden. Damit können Eltern die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder verfolgen und beschränken.

Kindersicherung in Betriebssystemen

Der große Vorteil von bereits in den Betriebssystemen von Windows und Mac sowie Android und iOS hinterlegten Filterfunktionen ist, dass keine zusätzliche Software mehr nötig ist und die entsprechenden Einstellungen schnell und einfach vorgenommen werden können. Je nach Version können diverse Inhaltseinschränkungen, Bildschirmzeiten, Zeitlimits für Apps, App-Käufe, Protokollierungen des Nutzungsverhaltens und Jugendschutzeinstellungen getroffen werden. Eine genaue Anleitung für Apple finden Sie hier, für Android hier.

Drittanbieter

Auf iOS und Android können auch Apps von Drittanbietern zumJugendschutz im Internet eingesetzt werden. Dabei können Eltern Apps manuell freischalten, auf die Kinder dann zugreifen dürfen, während nicht autorisierte Applications nicht geöffnet werden können. Ein Beispiel dafür ist die Google-App Family Link. Allerdings lässt sich damit nur das Nutzungsverhalten von Kindern beobachten, problematische Inhalte filtern Family Link nicht! Und auch YouTube hat mit YouTube Kids beispielsweise eine familienfreundliche Version seiner Videoplattform geschaffen. Hier sollen automatisierte Filter unangemessene Inhalte herausfiltern und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte können selbst zahlreiche Jugendschutzeinstellungen vornehmen. Das offiziell anerkannte Jugendschutzprogramm für Windows, JusProg, ist ein Filterprogramm für alle Versionen ab Windows 7 und bietet einen altersdifferenzierten Zugang zu und einen angemessenen Umgehungsschutz von ungeeigneten Websites. Es wurde mittlerweile um Plugins für Chrome und Firefox erweitert.

Jugendschutz durch Internet- und Mobilfunkanbieter

Auch von Mobilfunk- und Internetanbietern werden meist direkt Optionen angeboten, um Jugendschutzeinstellungen bzw. Beschränkungen vorzunehmen. So bietet beispielsweise die LIWEST FRITZ!Box Möglichkeiten, Websites oder den Internetzugang mithilfe einer Kindersicherung oder eines Timers zu sperren. Und auch die Antivirus Sicherheitssoftware von F-Secure verfügt über eine Kindersicherungsfunktion inklusive Zugriffskontrolle auf nicht jugendfreie Inhalte, Suchergebnisfilter und Zeitbeschränkung.

Fazit: Wie sicher sind Jugendschutzfilter?

Kindersicherungssoftware kann den Jugendschutz im Netz hilfreich unterstützen, da die entsprechenden Programme stetig weiterentwickelt werden. Allerdings bietet keine technische Lösung hundertprozentigen Schutz, da die Bandbreite an unterschiedlichen Diensten, Websites und Inhalten im Internet schlichtweg zu groß ist. Jugendschutzfilter fürs Internet können Content meist nicht von Werbung unterscheiden, bei Mails und Chats bietet sie nur eingeschränkt Schutz und an nutzergenerierten Inhalten auf Social Media Plattformen scheitern sie häufig. Darüber hinaus bietet Filtersoftware nur bei jüngeren Kindern ausreichend Schutz. Jugendliche können diese häufig umgehen oder das Internet außerhalb des Hauses nutzen. Daher ist es mit zunehmendem Alter wichtig, die Kompetenz zum Selbstschutz zu fördern und Kinder für problematische Themen und Inhalte im Internet zu sensibilisieren.

Und sowohl online als auch offline gilt: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nirgendwo. Aber mithilfe verschiedener Maßnahmen wie Jugendschutzfiltern und einer adäquaten Aufklärung lassen sich die Risiken negativer Interneterfahrungen minimieren.

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