Aktualisiert am 18.02.2022

Was sind NFTs und was hat Kunst damit zu tun?

NFT erleben gerade einen regelrechten Hype und sind ein heißes Thema in der digitalen Welt. Aber was bedeutet die Abkürzung eigentlich und was steckt dahinter?

 

In der Kryptowelt führt momentan kaum ein Weg an NFTs vorbei. Tatsächlich zählten NFT neben unterschiedlichen Kryptowährungen zu den gefragtesten Produkten des Kryptomarktes im vergangenen Jahr. Aber was ist NFT? Wir verraten Ihnen, was hinter der Abkürzung steckt, wie das Ganze funktioniert und wo sie momentan am häufigsten zum Einsatz kommen. 

Was bedeutet NFT?

NFT steht für „non fungible Token“ und bedeutet übersetzt so viel wie „unersetzbares Objekt“. Bei Dateien, die mit einem solchen Token markiert wurden, handelt es sich demnach um einzigartige digitale Unikate, die nicht ausgetauscht, kopiert oder ersetzt werden können. NFTs übernehmen damit die Funktion eines digitalen Eigentums- oder Echtheitsnachweises.

Wie funktionieren NFT?

Non fungible Token werden digitalen Objekten wie Etikettierungen zugeordnet und dienen dabei als Echtheitszertifikat und Nachweise bestimmter Eigentums- oder Nutzungsrechte, die in der genutzten Blockchain gespeichert werden. Am häufigsten wird hierfür Ethereum genutzt. Die Zuordnung von Objekt und NFT erfolgt zumeist über den NFT market, also die Handelsplattform, über die der Token erworben wird. Das NFT besteht dabei aber nicht aus dem Objekt selbst, sondern beispielsweise einer URL zum Speicherort und der verknüpften Datei. 

NFT, Kryptowährung und Blockchain

NFT und Kryptowährung basieren auf der Blockchain-Technologie. Wie diese genau funktioniert, haben wir uns im Beitrag Die Blockchain einfach erklärt genauer angesehen.

Im Kontext der Blockchain bezeichnet der Terminus Token meist einen Vermögenswert oder Vermögensgegenstand. Diese sind bei Kryptowährungen wie beispielsweise dem Bitcoin fungibel, also austauschbar. Der Vermögenswert bleibt immer derselbe. Tauschen Sie also einen Bitcoin gegen einen anderen Bitcoin, so haben sie am Ende immer noch einen Bitcoin. Auf demselben Prinzip funktioniert übrigens auch unser Geld. Auch wenn Sie Zahlungsmittel tauschen, bleibt ein 5-Euro-Schein ein 5-Euro-Schein und der Wert damit unveränderbar.

Ganz anders bei den NFT. Non fungibel Token, also unersetzbare bzw. unaustauschbare Token repräsentieren hierbei ein ganz bestimmtes digitales Objekt und seine Seltenheit oder sogar Einzigartigkeit. Kehren wir zum Beispiel des 5-Euro-Scheins zurück. Stellen Sie sich vor, ein berühmter Künstler, Sportler oder Schauspieler würde diesen signieren – damit würde der Schein einen besonderen Wert erhalten und damit ein einzigartiges, unaustauschbares Objekt werden.

Was ist NFT Kunst?

Ob Kunstwerke, Ingame-Items, Memes, Sammelkarten, Musik oder besondere Collectibles – grundsätzlich kann so ziemlich alles Digitale ein NFT sein. Allerdings eignen sich die Token im Besonderen für all jene digitalen Objekte, von denen es nur wenige oder sogar nur eines gibt. Wichtig ist hierbei die Exklusivität, die man erwirbt.

Als populärster Anwendungsbereich gilt derzeit NFT Crypto Art. So haben beispielweise Kunstaktivisten ein Werk von Banksy erstanden, digitalisiert und anschließend verbrannt. Nun existiert es nur noch als NFT. Die im Jahre 2017 geschaffenen „CryptoPunks“, eine von Larva Langs geschaffene Sammlung an 10 000 verpixelten, einzigartigen Bildchen von Punks, gelten als erste und zählen gleichzeitig zu den wertvollsten NFTs. Den höchsten Verkaufspreis erzielte mit 11,8 Millionen US-Dollar erzielte der „CryptoPunk“ mit der Nummer #7523. Und auch das Belvedere ist auf den NFT-Zug aufgesprungen: Zum Valentinstag 2022 bietet das Kunstmuseum Klimts Der Kuss in 10.000 digitalen Ausschnitten zum Kauf an. Als bisher teuerstes NFT gilt das Werk Everydays: the first 5000 Days von US-Künstler Mike Winkelmann, das für fast 70 Millionen Dollar verkauft wurde. 5000 Tage lang postet er fast täglich ein Bild auf Tumbrl und setzte diese Anfang 2021 zu einem digitalen Kunstwerk zusammen, das für fast 70 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch mehr spannende Beispiele aus der Kryptowelt. So veröffentlichten etwa Kings of Leon ihr neues Album When You See Yourself als NFT, während der FC Bayern digitale Sammelkarten vertreibt. Abseits von Kunst und Kultur könnten mithilfe der NFTs aber auch Personalausweise, Impfpässe und andere wichtige Dokumente fälschungssicher in der Blockchain gespeichert werden.

NFT kaufen

Seit dem vergangenen Jahr erzielen NFT Rekordsummen bei Auktionen und im Verkauf. Wer NFT Token kaufen möchte, kann das auf einem entsprechenden NFT Marktplatz tun. Handelsplattformen, auf denen man Spielecharaktere, Sammelobjekte sowie NFT Art kaufen kann, sind beispielsweise Open Sea, Binance oder Coinbase Wallet.

Allerdings bleibt zu bedenken, dass es sich bei NFT-Kunst und NFTs im Allgemeinen um ein digitales Produkt ohne realen Gegenwert handelt. Ihr Preis wird durch den Seltenheitsgrad  und die Anzahl der Nachfragenden bestimmt. Der Handel bleibt damit ein spekulatives Investitionsgut.

Wer ein NFT ersteht, erwirbt damit ein Original und Nachweise bestimmter Eigentums- oder Nutzungsrechte. Da es sich um keinen physischen Gegenstand handelt und das geistige Eigentum trotz des Verkaufes mitunter erhalten bleibt, können weiterhin Kopien verbreitet werden. Zudem werden NFTs nach dem Kauf auf einem Server hinterlegt und der Käufer erhält die Zugangsdaten dazu. Wird der Server gelöscht, verliert der Käufer den Zugriff darauf – auch wenn die Transaktion fälschungssicher in der Blockchain abgelegt bleibt.

Sicher ist: non fungibel Tokens sind eines der spannendsten Themen in der Krypto-Welt. Der Strom an neuen Anlegern auf den Markt intensiviert den Hype und treibt die Preisentwicklung voran. Ob der Hype nachhaltig ist und sich hier tatsächlich ein innovativer, digitaler Kunstmarkt etabliert oder es sich um eine Blase handelt, bleibt abzuwarten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Aktualisiert am 18.11.2022

Jobsuche 4.0: Wie sich der Bewerbungsprozess verändert

Die Digitalisierung hat nicht nur Einfluss auf unseren Alltag und unser Berufsleben – sie macht auch vor Bewerbungsprozessen keinen Halt. Sind Sie ready für die Jobsuche 4.0?

Aktualisiert am 25.08.2022

Was steckt eigentlich hinter Emojis?

Ob Lachsmiley, Herz oder Pizzastück – Emojis sind heute aus Messages, Social Media Postings und selbst aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken. Aber was steckt hinter den kleinen Bildchen und wo kommen Emojis her?

Aktualisiert am 10.06.2022

Fünf Fitness Apps für einen gesünderen Lifestyle

Fit und gesund mit Smartphone und Tablet? Fitness Apps unterstützen Sie mit Trainingseinheiten sowie beim Tracken von Erfolgen bzw. Leistungen und helfen Ihnen dabei, einen gesünderen Lifestyle zu pflegen.