Fake News: So erkennen Sie Falschmeldungen
Aktualisiert am 05.05.2026
Das Beschaffen von Informationen war noch nie so einfach wie heute. Mit einem Blick aufs Smartphone lassen sich dank Google, Social Media und Co. Infos zu allen möglichen Themen schnell und einfach abrufen. Doch nicht immer entsprechen diese „Fakten“ auch der Wahrheit. Gerade in unserer aktuellen Informationsgesellschaft werden Fake News zu einem großen Problem. Unbeantwortet bleibt die Frage, wie man mit dem Thema richtig umgeht.
Im nachfolgenden Artikel erklären wir, was man unter Fake News versteht und anhand welcher Merkmale Falschmeldungen identifiziert werden können.
Was sind Fake News?
Unter Falschmeldungen, auch Fake News genannt, versteht man manipulative, inhaltlichmeist falsche oder halbwahre Meldungen, bei denen der Kontext bewusst ausgeblendet oder aus dem Zusammenhang gerissen wird. Darüber hinaus sind die Inhalte meist übertrieben dargestellt und Fotos sowie Videos manipuliert werden. Je nach Form und Aufbereitung wird in diesem Kontext auch von Deepfakes gesprochen.
Warum sind Fake News so gefährlich und warum werden sie verbreitet?
Falschmeldungen sind deshalb so tückisch, weil sie unsere Gewohnheiten ausnutzen, wie schnelles Scrollen, emotionales Reagieren und das Vertrauen in bekannte Plattformen.
Besonders problematisch ist, dass Fake News oft starke Gefühle wie Angst, Wut oder Empörung auslösen. Diese Emotionen führen dazu, dass Inhalte schneller geteilt werden, ohne sie vorher zu prüfen. So verbreiten sich Desinformationen rasend schnell und erreichen in kurzer Zeit sehr viele Menschen. Im Alltag kann das dazu führen, dass falsche Annahmen entstehen, etwa über Gesundheit, Politik oder gesellschaftliche Themen, die wiederum Entscheidungen beeinflussen und Unsicherheit schüren.
Eine weitere Gefahr besteht darin, dass Fake News das Vertrauen in echte, journalistisch geprüfte Informationen untergraben. Wenn Nutzende immer häufiger widersprüchliche oder falsche Inhalte sehen, fällt es schwer, zwischen glaubwürdigen Nachrichten und erfundenen Meldungen zu unterscheiden. Das kann langfristig dazu führen, dass Menschen sich komplett von Nachrichten abwenden oder nur noch Informationen glauben, die zur eigenen Meinung passen.
Besonders problematisch ist dies für Jugendliche, die sich häufig auf Blogs oder sozialen Medien und weniger auf seriösen Nachrichtenseiten über Aktuelles informieren.
Auf welchen Plattformen werden Falschmeldungen verbreitet
Die Verbreitung selbst geschieht auf den unterschiedlichsten Plattformen und passt sich dabei den jeweiligen Nutzungsgewohnheiten der Menschen an. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder X tauchen Fake News häufig als scheinbare Nachrichtenposts, emotional gestaltete Bilder oder kurze Videos auf, die beim schnellen Scrollen kaum hinterfragt werden.
In Messenger Diensten wie WhatsApp oder Telegram werden Fake News oft in privaten Gruppen oder Kettennachrichten geteilt, was ihnen durch das persönliche Umfeld eine besonders hohe Glaubwürdigkeit verleiht. Auf Video-Plattformen wie YouTube oder TikTok werden falsche Informationen als Meinungsbeiträge, angebliche Enthüllungen oder erklärende Clips präsentiert, die komplexe Themen stark vereinfachen oder verzerren. Selbst auf Blogs, bei Presse-Events, in Foren oder auf scheinbar seriösen Webseiten können Fake News auftauchen, indem sie optisch an klassische Nachrichtenportale erinnern.
Falschmeldungen im geschichtlichen Kontext
Das Phänomen der Verbreitung falscher Nachrichten ist nicht neu. In der Geschichte wurden Fake News im Rahmen von Ideologien oder Propaganda häufig von unterschiedlichen Akteur*innen oder Institutionen verbreitet.
Mit heutigen Falschmeldungen verhält es sich ähnlich: Letztlich geht es um das Aufsehen erregen mit unwahren, meist provokativenInhalten und Bildern, um Aufrufe zu generieren und Meinungen zu manipulieren. Nicht nur der Grad der Professionalität, sondern auch die genutzten Formate (Text, Bild, Video und Audio) haben sich jedoch geändert.
Beispiele von Fake News
Im weltgeschichtlichen Kontext gibt es einige Falschmeldungen, die bereits für Furore gesorgt haben – darunter:
- Der Cambridge-Analytica-Skandal zeigt, wie eine Daten- und Wahlkampffirma gezielt Facebook-Nutzerdaten ohne ausreichende Einwilligung ausgewertet hat, um personalisierte politische Werbung zu verbreiten. Hinzu kommt, dass darin bewusst irreführende oder erfundene Inhalte eingebaut wurden, um Meinungen zu manipulieren. Dieser Datenschutz-Missbrauch geschah insbesondere im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 sowie im Umfeld des Brexit-Referendums.
- Vor dem Irakkrieg 2003 verbreiteten die Regierungen der USA und Großbritanniens die später widerlegte Behauptung, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen und stehe in Verbindung mit Terrororganisationen. Zentrale angebliche Beweise aus Geheimdienstberichten stellten sich im Nachhinein als falsch, übertrieben oder unzureichend geprüft heraus und trugen trotzdessen zur Rechtfertigung des Krieges bei.
- Seit Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine verbreitet die Russische Föderation gezielt Desinformation über soziale Medien, Telegram und offizielle Kanäle. Dies hat das Ziel, den Krieg zu legitimieren, zivile Opfer zu relativieren und EU, NATO sowie den Westen insgesamt als Konfliktpartei darzustellen. Aufklärung gegen diese Kampagnen betreiben Institutionen wie der Europäische Auswärtige Dienst und das Bundespresseamt.
Diese Beispiele zeigen, wie gefährlich die Auswirkungen von Fake News im großen Stil sind.
Merkmale von Fake News erkennen
Nicht immer gehen Fake News mit einer konkreten Täuschungsabsicht einher. Es kann auch sein, dass eine Meldung grundsätzlich eine wahre Botschaft enthält, diese aber so ausgedrückt wird, dass falsche Informationen mitkommuniziert werden. Daher ist es wichtig, sich bewusst zu machen, worin die Problematik von Falschmeldungen in ihrem Kern liegt: Sie geben die Realität bzw. Wahrheit falsch, verdreht oder irreführend wieder. Nachfolgend haben wir einige Anzeichen zusammengetragen, die beim Erkennen von Falschmeldungen helfen:
Tipp 1: Bild und Text gehören nicht zusammen
Falsche Meldungen nutzen zwar oft echte, aber alte Bilder. Diese werden dann z. B. mit neuen Aussagen kombiniert und so aus dem Kontext gerissen. Doch wie überprüft man, ob das Bild tatsächlich wie behauptet zur Story gehört? Ein Trick:
- Das Bild lokal abspeichern
- In der Google-Bildersuche oder bei der Reverse Image Search von Tineye hochladen
Diese Seiten finden ähnliche oder gleiche Bilder und zeigen, ob diese in einem anderen Zusammenhang schon einmal verwendet wurden. So lässt sich auch die Originalmeldung zu dem betreffenden Foto überprüfen.
Bei möglichen Fake Videos gestaltet sich dies jedoch schwieriger, da es sich mitunter auch um Deepfakes handelt.
Tipp 2: Starke Übertreibungen und Fehler
„Sie belügen euch alle! Niemand ist an Corona gestorben!“ Oder: „Mit diesem Trick nimmst du 10 Kilo in einer Woche ab!" Solche massiv übertriebenen Darstellungen, starke Vereinfachungen und fehlende Erklärungen sind Alarmzeichen. Seiten mit Falschmeldungen haben manchmal auch merkwürdige Layouts oder Texte mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern und wirken dadurch beim genauen Hinsehen unseriös.
Aber Achtung: Gewisse unseriöse Websites stecken inzwischen bereits sehr viel Aufwand in ihre Meldungen, wodurch sie nach außen immer öfter professionell wirken. Dies geht häufig mit einer ungewöhnlich deutlichen Aufforderung einher, Inhalte zu teilen.
Tipp 3: Quellen und Urheber*innen überprüfen
Woher kommt die Nachricht überhaupt? Gibt es für die Sensationsmeldung weitere Quellen? Schon eine kurze Google-Suche der Schlagzeile kann Aufklärung bringen. Oft kopieren einschlägige Fake-News-Portale die Geschichten nur von anderen Websites, die ebenso unseriös sind.
Eine weitere Kontrollmöglichkeit bietet das Impressum. In Österreich gibt es eine Impressums- und Offenlegungspflicht. Das bedeutet, dass Urheber*innen von Websites bzw. Inhalten angeben müssen, wer hinter einem Inhalt bzw. einer Website steckt. Weist eine Seite dies nicht aus oder werden keinerlei Angaben zum Medieninhaber gemacht bzw. liegt die Adresse im Ausland, sollten Sie bei den darauf zur Verfügung gestellten Informationen vorsichtig sein. Das Gleiche gilt, wenn nur ein Postfach oder eine kryptische Anschrift angegeben wurde. Auch bei einem vollständigen Impressum lohnt es sicher darüber hinaus, die dahinterstehenden Inhabenden zu recherchieren. Haben diese Leute ganz gezielte finanzielle oder politische Interessen und möchten die öffentliche Meinung womöglich zu ihren Gunsten beeinflussen?
Tipp 4: Aktualität vermeintlicher Daten prüfen
Vermeintliche Sachinformationen sollten auch auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Aus welcher Zeit stammen sie? Entsprechen die präsentierten Fakten dem aktuellen Wissensstand oder sind sie veraltet? Bei seriösen Quellen ist in der Regel ein Veröffentlichungs- und ein Aktualisierungsdatum angegeben.
Hilfreiche Seiten beim Identifizieren von Fake News
Im deutschsprachigen Raum kämpft der österreichische Verein Mimikama seit Jahren gegen Falschmeldungen und listet aktuell im Netz kursierende „Hoaxes“ auf. Der Verein leistet außerdem Aufklärungsarbeit mit seiner Facebook-Seite „Zuerst denken, dann klicken". Auch die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig widmet sich schon länger dem Thema Fake News und informiert Interessierte in Büchern und über ihren Blog.
Auf seriöse Nachrichten vertrauen
Etablierte Medien verwenden Informationen meist nur dann, wenn ihr Ursprung geprüft wurde. Weiters wird die ursprüngliche Quelle immer möglichst genau genannt. Im Wettrennen um Erstveröffentlichungen und Klickzahlen passiert es aber auch seriösen Journalist*innen und der Presse hin und wieder, dass sie auf eine falsche Quelle „hereinfallen“ oder nicht genug Zeit aufgewendet wurde, um diese zu prüfen. Eine seriöse Seite erkennt man aber daran, dass sie auch mitsolchen Vorfällen transparent umgeht, eine Meldung schnellstmöglich ausbessert und darauf hinweist.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es heutzutage wichtiger denn je ist, sich kritisch mit jeder Form von Medien auseinanderzusetzen. Auch wenn das Ganze mitunter mit viel Recherchearbeit verbunden ist, sollten vermeintliche Fakten stets auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Quellenkritik und die Fähigkeit, Informationen richtig einzuordnen und korrekt zu recherchieren, sind heute wesentliche Kernkompetenzen und werden in unserer Informationsgesellschaft immer wichtiger.
Fake News: Häufig gestellte Fragen
Emotionen spielen bei Fake News eine zentrale Rolle. Sie werden getriggert und ausgenutzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Starke Gefühle wie Angst, Wut oder Empörung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen Meldungen ungeprüft teilen. Aus diesem Grund sind Fake News oft übertrieben formuliert, dramatisiert oder skandalisiert, um eine emotionale Reaktion auszulösen und rationale Prüfung zu umgehen.
Von Falschmeldungen, auch Fake News genannt, profitieren Akteur*innen, die durch die gezielte Verbreitung Macht, Aufmerksamkeit oder finanzielle Vorteile gewinnen wollen. Dazu zählen politische Gruppen und Regierungen, die öffentliche Meinungen beeinflussen oder Wahlen manipulieren möchten, ebenso wie extremistische Organisationen, die Unsicherheit und Polarisierung schüren. Auch Betreibendeunseriöser Websites verdienen an Fake News über Werbeeinnahmen durch hohe Klickzahlen.
Die größten Unterschiede liegen in der Absicht und Kennzeichnung der Inhalte. Fake News sind bewusst verbreitete Falschinformationen mit dem Ziel, zu täuschen oder zu manipulieren. Satire hingegen arbeitet mit Übertreibung, Ironie oder Verfremdung, um gesellschaftliche oder politische Missstände humorvoll zu kritisieren, und ist in der Regel als solche erkennbar. Bei einer Meinung wiederum handelt es sich um eine subjektive Bewertung oder persönliche Haltung zu einem Thema. Diese kann zwar auf Fakten basieren, erhebt aber nicht den Anspruch, objektive Berichterstattung zu sein.