Passwort-Manager: Funktionen und Anbieter im Überblick
Aktualisiert am 22.02.2019
Die Welt wird digitaler. Schritt für Schritt. Dabei nutzen wir täglich Onlinedienste, die ein eigenes Konto erfordern – vom E-Mail-Postfach über Social Media bis hin zum Online-Banking. Die Eintrittskarte für diese Dienste sind sichere Passwörter. Deren Devise: je komplexer, desto besser. Doch je mehr Zugangsdaten wir benötigen, desto mehr einzigartige Passwörter sind auch gefragt. Und sich all diese zu merken, stellt inzwischen eine Mammutaufgabe dar. Viele Menschen nutzen daher oft lediglich einfache Kombinationen oder verwenden diese für mehrere Onlinedienste. Das ist allerdings keine gute Idee, da so Cyberkriminellen Tür und Tor geöffnet wird. Abhilfe schaffen Passwort-Manager.
In diesem Beitrag geht es um den Sinn von Passwort-Managern sowie deren Funktion und es wird ein Überblick über gängige Tools geboten.
Was ist ein Passwort-Manager?
Ein Passwort-Manager ist eine Software, die digitale Zugangsdaten sicher speichert, verwaltet und bei Bedarf automatisch einfügt. Der Vorteil: Anstatt sich unzählige komplexe Passwörter merken zu müssen, benötigen Nutzende lediglich ein zentrales Master-Passwort, mit dem sie auf den verschlüsselten Passwort-Tresor zugreifen können. Doch diese Depots können noch mehr als rein Passwörter zu verwalten: Entsprechende Tools generieren darüber hinaus selbstständig komplexe, individuelle Passwörter. Auch die Synchronisierung über mehrere Geräte hinweg sowie die sichere Speicherung weiterer sensibler Informationen wie Kreditkartendaten oder Notizen ist möglich.
Je nach Marke gibt es zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, Warnungen bei Datenlecks, Passwort-Checks zur Identifikation schwacher oder mehrfach verwendeter Passwörter sowie die sichere Weitergabe von Zugangsdaten an Dritte. Dadurch erhöhen Passwort-Manager nicht nur den Komfort, sondern auch die digitale Sicherheit erheblich.
Die Vorteile eines Passwort-Managers im Überblick:
- Speicherung von digitalen Zugangsdaten
- Automatisches Einfügen von Passwörtern
- Hilfe bei der Erstellung von komplexen und individuellen Zugängen
- Synchronisierung über verschiedene Geräte
- Ermöglicht das Hinterlegen von zusätzlichen Daten (Kreditkarteninformationen oder Notizen)
- Verfügt über mehrere Authentifizierungs-Möglichkeiten
- Warnung bei Datenlecks
- Passwort-Checks zur Identifikation schwacher oder mehrfach verwendeter Passwörter
- Sichere Weitergabe von Zugangsdaten an Dritte
Kennwort-Tools helfen also in Summe dabei, für jeden Dienst einzigartige Zugänge zu erstellen, diese sicher zu speichern und bequem zu verwalten. Damit sind sie mehr als nur ein Werkzeug für Technik-Enthusiasten – sie sind ein essenzieller Bestandteil moderner IT-Sicherheit im Alltag.
Die Funktionsweise von Passwort-Managern
Es sagt sich so einfach: Nur noch ein Passwort für alle Dienste und keine Sorgen mehr. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Alle Kennwörter und Daten werden mithilfe moderner Verfahren verschlüsselt und im digitalen Tresor lokal auf dem Computer oder in einer Cloud-Lösung abgespeichert.
Der Zugriff auf die Passwörter und mögliche Zusatzinhalte wie Kreditkarteninformationen sowie das Verwalten der Daten ist wiederum nur über die von den Nutzenden dafür freigegebenen Geräte möglich. Viele Programme ermöglichen zudem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der zusätzlich zur Eingabe des Master-Passworts etwa ein Einmalcode an das Smartphone geschickt wird. Je nach Tool können Zugangsdaten auch mit Dritten geteilt werden.
Passwörter verwalten: Das steckt hinter dem Master-Passwort
Das Master-Passwort ermöglicht den Zugang zum digitalen Tresor, jenem Ort, an dem alle Kennwörter zu den jeweiligen Diensten hinterlegt sind. Je nach Tool ist dieser lokal hinterlegt oder wird über einen Cloud-Dienst verwaltet. Das bedeutet: Nur noch das Master-Passwort ist nötig, um auf alle Kennwörter und Daten im Tresor zuzugreifen und diese nutzen zu können.
Integration von Passwort-Managern in Apps und Browsern
Passwort Manager sind über eine App auf dem Smartphone oder über eigene Browsererweiterungen verwendbar. Manchmal werden auch eigene Anwendungen für den PC angeboten. Die Synchronisation der Daten zwischen App, Browser und Desktop-Anwendung erfolgt dabei automatisch in Echtzeit. Details sind jeweils konfigurierbar, beispielsweise, wann und wie oft das Master-Kennwort eingegeben werden muss oder wie lange die Zeitspanne ist, bevor es erneut benötigt wird.
Passwort-Manager im Überblick
Der Markt der Passwort-Manager ist groß und viele Marken bieten unterschiedliche Lösungen an. Die nachfolgenden Tools stellen eine bunte Mischung aus den Vorschlägen der Plattform für Onlinesicherheit des Bundeskanzleramts, bekannten Produkten sowie dem Tool unseres Kooperationspartners F-Secure dar. Wir stellen sie vor:
Sichere Kennwörter dank KeePassXC
KeePassXC richtet sich vor allem an Nutzende, die maximale Kontrolle über ihre sensiblen Daten wünschen. Als quelloffene und lokal betriebene Lösung speichert das Programm alle Daten ausschließlich auf dem eigenen Gerät und überlässt es den Nutzenden, ob und wie sie die Datenbank etwa via Cloud oder Netzwerk synchronisieren. Dadurch eignet es sich sowohl für Privatpersonen als auch für Technik-Profis, Selbständige oder Unternehmen mit strengen Compliance-Vorgaben, die bewusst auf Cloud-Dienste verzichten möchten. Die Stärke von KeePassXC liegt in seiner Transparenz, Anpassbarkeit und Unabhängigkeit von externen Servern.
Passwort-Schutz dank F-Secure Key
F-Secure Key stammt aus dem Umfeld eines etablierten IT-Sicherheitsunternehmens und profitiert von dessen langjähriger Erfahrung im Bereich Cybersecurity. Der Fokus liegt hier klar auf Benutzerfreundlichkeit. Wer bereits andere Sicherheitslösungen von F-Secure nutzt, findet mit diesem Passwort-Manager eine gut integrierte Ergänzung. Besonders Einsteiger*innen und sicherheitsbewusste Privatanwender, die eine unkomplizierte Lösung ohne technische Hürden suchen, fühlen sich hier gut aufgehoben.
Mit Bitwarden zur sicheren Internetnutzung
Bitwarden hat sich als moderner Passwort-Manager mit Open-Source-Ansatz und starker Cloud-Integration einen Namen gemacht. Die Kombination aus Transparenz, plattformübergreifender Synchronisation und unterschiedlichen Preismodellen macht ihn sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien und kleinere Teams attraktiv. User*innen profitieren von hoher Sicherheit durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und optionalen Features wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, ohne dabei auf Komfortfunktionen wie geräteübergreifende Nutzung verzichten zu müssen.
Hoher Datenschutz dank Proton Pass
Proton Pass stammt aus dem Umfeld datenschutzorientierter Online-Dienste und ist im Bereich Privatsphäre und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung positioniert. Digitale Selbstbestimmung und ein datenschutzfreundliches Ökosystem stehen hier an erster Stelle. Wer bereits andere Dienste von Proton nutzt oder hohen Wert auf einen starken Tracking- und Datenanalyse-Schutz legt, findet hier eine konsequent auf Privatsphäre ausgerichtete Lösung.
Viel Sicherheit mit Password Safe
Password Safe steht für Schlichtheit und Funktionalität und verzichtet auf viele moderne Komfort-Features und Integrationen. Stattdessen konzentriert man sich auf das Wesentliche: die sichere lokale Speicherung von Zugangsdaten. Dadurch eignet sich Password Safe besonders für alle, die eine minimalistische, primär lokal arbeitende Lösung ohne zwingende Cloud-Anbindung bevorzugen und keinen Bedarf an erweiterten Komfortfunktionen haben.
Bekannter Schutz durch LastPass
LastPass gehört zu den bekanntesten Namen im Bereich Passwort-Management und bietet hohen Benutzerkomfort und umfangreiche Funktionsvielfalt. Mit verschiedenen Cloud-Funktionen und Zusatzangeboten richtet sich der Dienst sowohl an Privatanwender als auch an Unternehmen. Besonders Vielnutzende, die mehrere Accounts verwalten und Wert auf automatische Synchronisation sowie zusätzliche Sicherheitsfeatures legen, profitieren hier.
Wie wähle ich den richtigen Passwort-Manager aus?
Die Wahl des richtigen Passwort-Managers hängt von der individuellen Nutzung ab. Für Privatpersonen, die mehrere Geräte nutzen, ist ein cloudbasierter Manager in der Regel die bessere Möglichkeit, da dieser die Passwörter automatisch synchronisiert. Zudem sind Passwort-Tools für gewöhnlich einfach zu bedienen, erfordern keine Programmierkenntnisse und enthalten Funktionen wie Autofill sowie Multi-Faktor-Authentifizierung.
Wer besonderen Wert auf Datenschutz und maximale Kontrolle legt, sollte auf Lösungen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Zero-Knowledge-Prinzip oder sogar lokaler beziehungsweise selbst gehosteter Speicherung achten. Diese bieten mehr Sicherheit, erfordern jedoch mehr Eigenverantwortung sowie fortgeschrittene IT-Kenntnisse.
Familien können je nach Tool spezielle Familientarife mit getrennten Tresoren nutzen. Selbstständige und kleine Teams benötigen zusätzlich Rollen- und Rechteverwaltung sowie die Möglichkeit, Zugänge zentral zu verwalten und bei Bedarf zu entziehen. Bei großen Unternehmen steigern sich Komplexität und Anforderungen, da erweiterte Funktionen wie Single Sign-on, Audit-Logs und die Integration in bestehende IT-Strukturen entscheidend sein können.
Passwort-Manager: Häufig gestellte Fragen
Der Serverstandort ist wichtig, weil er Aufschluss darüber gibt, welchem Datenschutzrecht und welchen staatlichen Zugriffsregelungen die gespeicherten Daten unterliegen. Abhängig vom Land können Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Serverdaten verlangen. Liegen die Server beispielsweise in der EU, gelten in der Regel strengere Datenschutzvorgaben wie die DSGVO. Darüber hinaus ist der Standort entscheidend für den Ausfallschutz sowie wie für die Geschwindigkeit der Synchronisierung.