Fotografieren mit dem Handy:
Tipps für schöne Fotos mit dem Smartphone
Aktualisiert am 08.06.2026
Schöne Fotos mit dem Handy gelingen heute nicht nur dank guter Smartphone-Kameras, sondern vor allem durch die richtige Technik: Oft machen schon Licht, Perspektive, Fokus und ein ruhiger Hintergrund den entscheidenden Unterschied. In diesem Beitrag finden Sie unsere Empfehlungen, wie Sie typische Fehler vermeiden und mit einfachen Tipps sofort bessere Smartphone-Fotos machen.
Die wichtigsten Tipps für schöne Fotos mit dem Handy
1.) Perspektive wechseln
Überlegen Sie sich vorab genau, wie das Bild letztendlich aussehen soll. Folgende Fragen helfen Ihnen dabei:
- Gibt es ein Motiv, das klar in den Vordergrund gerückt werden kann?
- Lässt sich eine andere Perspektive einnehmen, mit welcher die Aufnahme spannender wird (z.B. ein Schritt zur Seite)?
- Wie wäre es mit der Frosch- oder der Vogelperspektive?
- Oder einem gekippten Winkel?
- Nutzen Sie auch führende Linien von Straßen, Zäunen, Flüssen oder einem Steg, um in das Bild hineingezogen zu werden.
Probieren Sie zum Beispiel:
- von unten für mehr Wirkung und Größe
- von oben für Übersicht oder Flatlays
- seitlich für mehr Tiefe
- nah am Motiv für stärkere Details
Gerade in Alltagssituationen sorgt ein Perspektivwechsel oft dafür, dass ein Motiv plötzlich viel spannender aussieht.
2.) Goldenen Schnitt beachten
Der Goldene Schnitt, auch Drittel-Regel genannt, ist einer der wichtigsten Leitsätze der Fotografie: Dabei wird das Bild gedanklich in neun große Rechtecke geteilt, wobei die wichtigsten Elemente des Fotos sodann exakt auf den Linien oder an den Schnittpunkten platziert werden. Denn Fotos wirken oft harmonischer und professioneller, wenn das Hauptmotiv leicht versetzt positioniert wird.
Viele Smartphones bieten dafür ein Rasterin den Kameraeinstellungen. Damit lässt sich das Bild in ebendiese Felder teilen. Das ist eine der einfachsten Methoden, um Fotos mit dem Handy sofort besser zu komponieren.
3.) Horizont ausrichten
Es ist nur ein kleines Detail, das jedoch jedes Foto aufwertet: das gerade Ausrichten des Horizonts. Das bedeutet: Wird jemand am Strand abgelichtet, sollte das Meer dahinter gerade sein. Steht jemand vor einem imposanten Gebäude, sollte das Dach nicht schief sein. Denn all das stört unser Harmonieempfinden.
Konzentrieren Sie sich daher nicht nur auf das Hauptmotiv, sondern auch auf den Hintergrund. Dabei helfen inzwischen moderne Smartphones, die waagrechte Hilfslinien einblenden.
4.) Auf den Hintergrund achten
Vorne passt alles, hinten herrscht Chaos: Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Handyfotos unruhig wirken. Ein Strommast hinter dem Kopf, eine volle Küche im Hintergrund oder zu viele Gegenstände im Bild lenken vom Motiv ab.
Fragen Sie sich deshalb immer: Unterstützt der Hintergrund das Bild – oder stört er es? Je ruhiger und klarer der Hintergrund, desto stärker wirkt meist das Hauptmotiv.
5.) Licht berücksichtigen
Gelingen Fotos nicht, liegt das oft am Licht. Fakt ist dabei: Selbst das beste Smartphone stößt an seine Grenzen, wenn das Licht zu hart, zu dunkel oder ungünstig ist.
Am besten fotografieren Sie:
- bei weichem Tageslicht
- morgens oder am späten Nachmittag
- an leicht bewölkten Tagen
- mit Licht von vorne oder leicht von der Seite
Weniger ideal sind:
- Mittagssonne (starke Kontraste, Schatten und grelles Licht)
- starkes Gegenlicht
- sehr dunkle Räume
- gemischte Lichtquellen
Profis fotografieren gern zur Goldenen oder Blauen Stunde. Das ist jener Zeitraum kurz nach Sonnenaufgang sowie kurz vor Sonnenuntergang.
Smartphone-Kameras sind zudem eher schlecht darin, Fotos mit Gegenlicht aufzunehmen. Besser ist es daher, mit dem Licht zu fotografieren und sich daher mit dem Rücken zur Lichtquelle zu stellen.
Ein einfacher Aha-Moment: Nicht sofort fotografieren, sondern kurz das Licht prüfen. Das verändert die Bildwirkung oft stärker als jeder Filter.
6.) Mit Kontrasten experimentieren
Der pink blühende Magnolienbaum vor dem weißen Haus der Tante oder die safrangelbe Paella auf dem türkisfarbenen Tisch im Urlaub – Kontraste erzeugen Spannung.
Diese müssen sich aber nicht zwingend nur auf die Farbe beziehen, auch Formen können kontrastreich sein. Manche Landschaften, Gebäude oder Gesichter eignen sich somit speziell für die Schwarz-Weiß-Fotografie. Einfach ausprobieren!
7.) Mit Schärfe und Unschärfe spielen
Wer möchte, variiert zusätzlich die Tiefenschärfe und stellt beispielsweise das Hauptmotiv scharf, während der Hintergrund bewusst verschwimmt. Um den richtigen Bereich auszuwählen, der scharf sein soll, auf das Motiv tippen. Die Handykamera passt sodann die Tiefenschärfe an, teilweise ebenso die Lichtverhältnisse. Neuere Handys bieten zudem die Funktion „Live-Fokus“ oder „Blende“: Damit wird zuerst das Foto aufgenommen, danach lässt sich noch die Hintergrund-Unschärfe manuell regeln.
Das hilft besonders bei:
- Porträts
- Nahaufnahmen
- Gegenständen im Vordergrund
- Motiven mit hellem oder dunklem Hintergrund
Viele Nutzer*innen unterschätzen genau diesen einfachen Schritt, dabei verbessert er die Bildqualität oft sofort.
8.) Möglichst nicht digital zoomen
Ein häufiger Fehler beim Fotografieren mit dem Handy ist das sofortige Hineinzoomen. Das Problem dabei: Der digitale Zoom verschlechtert die Bildqualität oft sichtbar.
Besser ist:
- näher an das Motiv herangehen
- den Bildausschnitt später zuschneiden
- Objektivstufen des Smartphones bewusst nutzen
Die Regel ist einfach: Lieber bewegen als zoomen.
9.) Kamera sauber halten
Klingt banal, macht aber einen enormen Unterschied: Vor dem Fotografieren kurz die Linse reinigen.
Eine verschmierte Linse sorgt für milchige, matte oder unscharfe Fotos. Da das Handy ständig in der Hand, Tasche oder Jacke steckt, passiert das schnell.
Dieser Mini-Schritt ist einer der unterschätztesten Tipps in der Smartphone-Fotografie.
10.) Blitz nur im Notfall verwenden
Der eingebaute Blitz wirkt bei Handyfotos oft hart, flach und unnatürlich. Gesichter werden überbelichtet, Hintergründe verschwinden, die Stimmung geht verloren.
Besser ist:
- vorhandenes Licht nutzen
- näher ans Fenster gehen
- die Belichtung manuell anpassen
- später vorsichtig aufhellen
Tipps für das perfekte Selfie
Und wie fotografiert man sich am besten selbst mit dem Handy? Denn Selfies und Porträts sind – zusammen mit der Handykamera – vor ein paar Jahren gekommen, um zu bleiben. Kein Wunder, denn so hält man auch das eigene Lächeln in einem besonderen Moment für die Ewigkeit fest. Unsere Tipps, damit sie tolle Fotos von sich allein mit dem Handy machen können:
- Porträt-Funktion nutzen: Viele Smartphones haben inzwischen eine eigene Porträt-Funktion. Dabei wird die Person im Vordergrund scharf gestellt, während der Hintergrund bewusst unscharf ist. Diese gewollte Unschärfe wird auch „Bokeh“ genannt und führt dazu, dass das Hauptmotiv sprichwörtlich in den Fokus rückt.
- Schräg von oben fotografieren: Selfies sehen meist vorteilhafter aus, wenn man sie schräg von oben macht, anstatt von unten.
- Hintergrund beachten: Es sollte darauf geachtet werden, dass Ihnen beim Selfie nicht Dinge wie ein Strommast oder ein großer Baum aus dem Kopf „wachsen“, also unmittelbar dahinterstehen. Zwar lässt sich vieles davon mit passenden KI-Apps nachträglich retuschieren, besser ist es allerdings, schon bei der Bilderstellung diese möglichen Störfaktoren zu eliminieren.
Welche Kameraeinstellungen beim Handy wirklich wichtig sind
Bei der Smartphone-Fotografie kommt es aber nicht nur auf die richtige Bildkomposition an, sondern es gibt auch ein paar grundlegende Dinge über die Handykamera, die Sie wissen wollten. Denn nicht jede Funktion macht das Bild unbedingt besser. Das Wichtigste im Überblick, damit Sie Ihre Handykamera richtig einstellen können:
- Bildqualität: Es empfiehlt sich, die höchstmögliche Bildqualität auszuwählen. Dadurch werden die Bilddateien zwar größer und benötigen mehr Speicherplatz, beeindrucken aber mit besserer Qualität und können – falls gewünscht – danach noch mit Filtern aufgewertet werden. Hochwertige Smartphones bieten sogar die Möglichkeit, im RAW-Modus zu fotografieren. Dabei werden RAW-Dateien generiert, die mehr Bildinformationen beinhalten und sich hinterher mit professionellen Programmen wie Lightroom bearbeiten lassen, um das Optimum herauszuholen.
- Blitz: Smartphones verfügen in der Regel über einen eingebauten Blitz, der ist allerdings, genauso wie bei regulären Kameras, nur in den allerseltensten Fällen nötig. Zum Beispiel, wenn im Dunkeln fotografiert werden muss und es dabei weniger um die Gestaltung des Bildes ankommt als um die Informationen, die es beinhaltet. In allen anderen Fällen gilt: Das Blitzen lieber vermeiden! Denn dadurch werden die Personen oder Objekte vor der Handykamera meist blind oder zu grell beleuchtet, was sich hinterher selbst mit Bildbearbeitungsapps nicht mehr zufriedenstellend korrigieren lässt. Stattdessen lieber dunkel fotografieren und später aufhellen oder die Belichtungszeit manuell einstellen.
- Panorama-Funktion: Nicht die passende Weitwinkelfunktion, um sowohl die Landschaft als auch die Liebsten auf einem Bild zu vereinen? Dann schafft die Panorama-Funktion Abhilfe. Übrigens: Damit lassen sich nicht nur sehr breite Objekte und Motive festhalten, sondern auch hohe wie etwa ein Wasserfall oder ein interessantes Gebäude. Dafür die Funktion einfach vertikal nutzen.
- Blende, ISO-Wert & Verschlusszeit: Fortgeschrittene Fotograf*innen können bei den meisten Handys mittlerweile Blende, ISO-Wert und Verschlusszeit individuell einstellen. Für Schnappschüsse ist dies meist nicht zwingend nötig, für die ein oder andere Profi-Aufnahme allerdings hilfreich.
Fotos mit dem Handy nachbearbeiten: Ja, aber mit Gefühl
Ein gutes Foto muss nicht komplett unbearbeitet bleiben. Oft reicht schon die Auto-Bildbearbeitung aus, bzw. können kleine Anpassungen viel bewirken:
- Helligkeit
- Kontrast
- Schatten
- Zuschnitt
- Farbstimmung
Wichtig ist, dass das Bild am Ende noch natürlich aussieht. Zu starke Filter, übertriebene Schärfe oder künstliche Hauttöne machen Fotos oft eher schlechter als besser.
Praktisches Zubehör für bessere Handyfotos
Nicht alles ist nötig – aber manches kann im Alltag helfen:
- Powerbank: Ohne Akku keine Fotos. Das gilt nicht nur für Spiegelreflexgeräte, sondern auch für Smartphonekameras. Daher ist ein externes Ladegerät Pflicht.
- Touchscreen-Handschuhe: Damit lässt sich die Handykamera ohne Probleme bei Minusgraden bedienen, wodurch schönen Fotos im Winter nichts im Wege steht.
- Stativ: Vor allem für Selfies und Gruppenbilder, die mit Fernauslöser entstehen, aber auch um die Perspektive zu wechseln, kann ein Stativ sinnvoll sein.
- Fernauslöser: Eine optimale Ergänzung zum Stativ stellt der Fernlöser dar. Fotos von sich allein oder anderen immer und überall machen – das ist damit möglich. Einfach aufstellen und via Funk-Fernauslöser knipsen.
- Selfie-Stick: Selbstporträt mitsamt toller Landschaft auf ein Foto bringen? Mit einem Selfie-Stick ist das kein Problem. Damit kommt alles gut zur Geltung.
Handyfotos teilen: Das Wichtigste zu Rechten und Privatsphäre
Wer schöne Fotos macht, möchte sie oft auch teilen. Dabei gilt: Nicht jedes Bild sollte einfach auf Social Media, Websites oder in Gruppen gepostet werden. Vor allem dann nicht, wenn andere Personen klar erkennbar sind.
Wichtig ist unter anderem:
- ob Sie das Bild überhaupt verwenden dürfen
- ob erkennbare Personen betroffen sind
- ob private oder sensible Informationen sichtbar werden
Mehr dazu im Blogartikel “Bildrechte in Österreich: Was bei Fotos, Videos und Veröffentlichungen gilt”
Kinderfotos mit dem Handy: Lieber besonders vorsichtig
Noch sensibler ist das Thema, wenn Kinder auf Fotos zu sehen sind. Bilder von Kindern sollten nur sehr zurückhaltend geteilt werden, besonders dann, wenn Gesichter, Schule, Wohnort oder andere persönliche Details erkennbar sind.
Mehr dazu im Blogartikel “Kinderfotos im Internet teilen: Was Eltern zu Bildrechten, Datenschutz und Social Media wissen müssen”
Häufig gestellte Fragen zur Smartphone-Fotografie
Wer die wichtigsten Tipps zur Bildkomposition beherzigt und die Handykamera richtig eingestellt hat, kann mithilfe eines modernen Smartphones durchaus professionelle Fotos machen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im bewussten Experimentieren mit Formen, Farben, Perspektiven und Tiefenschärfe und, wenn möglich, der manuellen Nutzung von Blende, ISO und Belichtungszeit. Wichtig sind zudem saubere Linsen und moderne Nachbearbeitungs-Tools. Trotzdem ist eine Handykamera nicht mit einer Spiegelreflexkamera zu vergleichen und stößt insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen an ihre Grenzen genauso wie in Situationen, in denen viel Zoom oder langes Belichten nötig sind.
Wenn möglich nicht digital. Gehen Sie lieber näher an das Motiv heran oder schneiden Sie das Bild später zu.
Häufige Gründe sind eine verschmutzte Linse, falscher Fokus, zu wenig Licht oder Verwackeln. Tippen Sie vor dem Auslösen auf das Motiv und halten Sie das Smartphone ruhig.
Wer schöne und professionelle Fotos selber mit dem Handy machen will, sollte zunächst die Linse reinigen und die wichtigsten Kamerafunktionen beherrschen. Knipsen Sie am besten bei natürlichem Licht – idealerweise morgens oder abends. Vermieden werden sollte hingegen die Mittagszeit, da dabei starke Kontraste und lange Schatten zu erwarten sind. Auch ein bewölkter Tag eignet sich perfekt für die Smartphone-Fotografie. Schaffen Sie spannende Motive, indem Sie den Goldenen Schnitt anwenden, den Horizont gerade ausrichten oder mit Kontrasten arbeiten. Aktivieren Sie zur Orientierung Gitternetzlinien und halten Sie das Handy mit beiden Händen. Nutzen Sie den digitalen Zoom sowie den Blitz hingegen nur im Notfall, um Qualitätsverluste zu verhindern.
Schöne Selbstporträts mit dem Handy – geht das? Ja, nutzen Sie hierfür, wenn möglich, eine Porträt-Funktion, denn diese stellt Sie selbst im Vordergrund scharf, während der Hintergrund bewusst unscharf ist. Selfies sehen zudem meist vorteilhafter aus, wenn man sie schräg von oben macht, anstatt beispielsweise von unten. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihnen nicht Dinge wie ein Strommast oder ein großer Baum aus dem Kopf „wachsen“, also unmittelbar dahinterstehen.