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Erstellt am 17.01.2020

eSports: Leistungssport oder Hobby?

eSports ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftszweig mit Wachstumspotential. Die offizielle Anerkennung als Sportart fehlt aber in vielen Ländern, wie auch in Österreich, noch.

Der eSport ringt in Teilen Europas seit Jahren um die Anerkennung als offizielle Sportart mit Verbandsrecht und staatlichen Subventionen. Während er in den USA, China und Schweden bereits als offizielle Sportart eingetragen ist, hat der deutsche Olympische Sportbund ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben mit der Fragestellung, ob eSports mit Sport etwas gemein habe.

Sport oder kein Sport – eine Frage der Definition

Zum großen Unverständnis der eSport-Community hat ein Rechtsprofessor eSports die sportliche Natur abgesprochen. Verwiesen wurde dabei auf die langjährige Rechtsprechung, dass Sport im traditionellen Sinne den Körper fordert. Unerwähnt blieb, dass bei Anwendung dieses engen Definitionsrahmens andere Sportarten wie der Motorsport, Darts, Bogenschießen oder Tischfußball, bei denen es im Wesentlichen ausschließlich auf exakte Bewegungen ankommt, auch aus dem Sportbegriff herausfallen. Dass eSports nicht anerkannt wird, wenn man nach althergebrachten Kriterien prüft, ist nicht weiter verwunderlich. Für Traditionalisten ist der Umstand, dass sich die gegnerischen eSports-Teams meist nicht physisch in einem Raum gegenübertreten, ein Ausschluss für jede Sportlichkeit. Es gibt jedoch andere, viel weiter gefasste Definitionen von Sport, in denen auch Darts oder Schach Platz haben. Geht man von der einen aus, bei der durch intensives Tainieren des Körpers höhere Leistungsfähigkeit erzielt wird, oder von der anderen, die unter Sport kulturelle Handlungen versteht, bei denen sich Menschen körperlich und/oder geistig messen, ist es doch möglich, das professionelle Gaming als Sport einzuordnen.

eSports verlangen den Gamern einiges ab

Verwunderlich ist, dass die körperlichen Anforderungen an einen Profi-Gamer nicht für die Beurteilung des Sportcharakters herangezogen wurden. 400 Kontakte pro Minute mit Tastatur und Maus – ein eSportler erreicht ein Vielfaches eines Untrainierten. eSport-Games lösen einen hohen Wert an Cortisol und eine Herzfrequenz von bis zu 180 Schlägen pro Minute aus. Werte, die auch ein Marathonläufer erreicht. Kein Wunder, dass körperliche Fitness, gesunde Ernährung und genügend Schlaf eine Voraussetzung für den Erfolg in der eSport-Arena sind.

Die verschiedenen nationalen eSport-Vereinigungen argumentieren zusätzlich mit den trainierten Fertigkeiten, die neben der Kenntnis des Spiels notwendig sind. Für das erfolgreiche Gamen sind geistig und motorische Gaben wie z.B. Reaktionsschnelligkeit und Auge-Hand-Koordination sowie eine hohe Konzentrationsfähigkeit und letztendlich Stressresistenz unabdingbare Grundlagen, die permanent trainiert werden müssen. Bis zu 12 Trainingsstunden sind dabei keine Seltenheit.

Warum ist diese Anerkennung als Sport überhaupt wichtig?

Diese Frage stellt sich angesichts der Wettbewerbe, die mit enorm hohen Preisgeldern dotiert sind und deren Hauptturniere an erstklassigen Veranstaltungsorten wie der Londoner Wembley Arena, im Staples Center in Los Angeles oder im Madison Square Garden in New York ausgetragen werden. Sogar Las Vegas hat sich mittlerweile als Austragungsort angeboten. Millionen Zuschauer, die über Live-Streaming-Dienste mit dabei sind, machen die Turniere als Werbeträger und als Wettmarkt, der global mit $ 30 Milliarden bewertet wird, interessant. Auch regionale Turniere haben großen Zulauf. In Österreich sind derzeit 40.000 eSportler und eSportlerinnen registriert und es finden auch zahlreiche Turniere statt. Im Allgemeinen werden Turniere, Competitions und Preisgelder durch das Sponsoring und in geringem Maße durch die Zahlungen der Zuschauer abgedeckt. Für die finanziell wenig lohnende Nachwuchsarbeit sind Basisorganisationen zuständig, die Talente entdecken und fördern. In Österreich und Deutschland erfolgt das meist über Vereine, die, wenn sie als gemeinnützig anerkannt sind, einige steuerliche Vorteile haben und auch öffentliche Zuwendungen für ihre Aktivitäten erhalten. Doch um diese Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erhalten, brauchen eSportvereine die Anerkennung als Sportart. Hinter den Bestrebungen der Definition als Sport stecken also handfeste finanzielle Gründe, aber natürlich auch der Ehrgeiz nationaler Verbände, irgendwann eSports als neue olympische Disziplin zu etablieren.

Wie steht das offizielle Österreich zu eSports als Sport?

In mehr als 60 Ländern ist eSports als Sport anerkannt, lange schon in Asien, aber auch europäische Länder wie Schweden, Frankreich, Großbritannien und Dänemark sind in dieser Hinsicht nachgezogen. In Österreich wird eSports zur Zeit einer Evaluierung unterzogen. Das zuständige Sportministerium will sich mit den Chancen und Gefährdungen durch eSports auseinandersetzen. Wie wichtig eine hohe Akzeptanz für E-Sport ist, zeigt sich in Dänemark, wo dieser dank der Unterstützung von offizieller Seite in Schulen gefördert wird. Und somit ist es auch nicht erstaunlich, dass einige der weltweit besten eSportler aus Dänemark kommen, einem Land, das nicht einmal 6 Millionen Einwohner hat.

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